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Wiki: Was ist Ethereum (ETH)? Alle Infos auf einen Blick!

Alles über Ethereum: Technische Analyse und Entwicklung, kommende Hardforks, Anonymität, Einsatzmöglichkeiten, Mining, Wallets und Prognose. Und was ist eigentlich EtherZero?


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21.02.2018

Ethereum (ETH) ist ein hochinteressanter Altcoin, der viel mehr kann als bloße Wertübertragungen zwischen zwei Personen wie beim Bitcoin. Ethereum gilt aufgrund seiner Smart-Contract-Fähigkeit als Kryptowährung der 2. Generation und wird, im Gegensatz zu fast allen anderen Kryptowährung, bereits aktiv angewendet. Die Marktkapitalisierung beträgt etwa die Hälfte von der des Bitcoin, trotzdem belegt Ethereum insgesamt Platz 2. Alles, was Ethereum ausmacht und wo die Reise hingeht, ist im Folgenden zusammengefasst.





Zusammenfassung: Ethereum auf einen Blick

  • Seit dem 30. Juli 2015 am Markt, aktueller Kurs von Ethereum
  • Ethereum basiert nicht auf dem Bitcoin-Code, sondern ist von Grund auf neu programmiert
  • Hohe Skalierbarkeit
  • Geringe Transaktionsgebühren
  • Plattform für sogenannte DApps (Distributed Apps), d.h. nutzbar zum Anlegen, Verwalten und Ausführen von Smart-Contracts (vergleichbar mit NEO ), etwa von Indentitätsnachweisen
  • 97,44 Mio. Coins verfügbar
  • Intervall zur Block-Generierung beträgt ca. 15 Sekunden (Bitcoin: 10 Minuten)
  • Mining Reward: 5 Ether pro Block, wird mit dem Byzantium-Update auf 3 Ether reduziert
  • Proof-of-Work = Energieintensive Transaktionen, die aktuell optimiert werden, Entwickler wollen bis 2019 zum energieeffizienten Proof-of-Stake wechseln

Ethereum basiert auf der Blockchain-Technologie und dient als Grundlage intelligenter Verträge („Smart Contracts“). Als offene Plattform (Open-Source-Plattform) vereinfacht Ethereum die Umsetzung der Blockchain-Technologie enorm und weckt das Interesse nicht nur von neuen Start-ups, sondern auch der größten Softwareentwickler, wie Microsoft, IBM und Acronis. Großes Interesse an der Plattform zeigen auch Finanzunternehmen, darunter VTB Bank und die Sberbank, die Lufthansa und die S7 Airlines sowie die internationale gemeinnützige Organisation UNICEF.

Die Smart-Contracts-Maschine und Mega-Crowdfunding-Plattform ist nach Bitcoin die wichtigste Kryptowährung. So werden die meisten ICOs (Initial Coin Offers) über die Ethereum-Blockchain abgewickelt.

Täglich werden über Ethereum gut 900.000 Transaktionen getätigt, was die Blockchain zur meistgenutzten aller Kryptowährungen macht. Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass viele Kryptowährungen als ERC20-Token aktuell nur auf der Ethereum-Blockchain existieren (siehe unten: Ethereum und ERC20-Token)


Wer steckt hinter Ethereum? Die Ethereum Foundation

Das Kernteam hinter Ethereum ist – anders als in der Krypto-Branche üblich und ganz im Gegensatz zum Team hinter dem Bitcoin – in der Szene sehr bekannt und öffentlich sehr aktiv.
Das Projekt wurde von dem Gründer des Magazins „Bitcoin Magazine“ Vitalik Buterin Ende des Jahres 2013 vorgeschlagen. Vitalik Buterin, ein in Kanada aufgewachsener gebürtiger Russe, gilt damit als geistiger Vater von Ethereum und ist in der Krypto-Szene eine der wichtigsten Identifikationsfiguren und Ideengeber.
Bei der Umsetzung der Ethereum-Blockchain wurde er von Dr. Gavin Wood und Jeffrey Wilcke maßgeblich unterstützt. Letzterer ist heute Leiter der Technikabteilung.
 

Ethereum-Wiki © "ethereum.org Screenshot"

Die Entwicklungskosten wurden mittels Crowdfunding-Kampagne finanziert, die durch den Verkauf von Ethereum gegen Bitcoin über 18 Millionen US-Dollar einbrachte.
Um den gemeinnützigen Charakter des Ethereum-Projekts zu unterstreichen, wurde im Juli 2014 die Ethereum-Stiftung (Ethereum Foundation) mit Sitz in der Schweiz gegründet.

Die Mission der Ethereum Foundation beschreibt die Stiftung selbst wie folgt:
„Unsere Aufgabe ist es, die Forschung, Entwicklung und Ausbildung der Ethereum-Plattform zu fördern und zu unterstützen, um dezentralisierte Protokolle und Werkzeuge zu schaffen, die die Entwickler in die Lage versetzen, dezentralisierte Anwendungen der nächsten Generation (DAapps) zu entwickeln und diese kostenlos und vertrauenswürdig weltweit zugänglich zu machen.“


Die Offenheit und Transparenz der Ethereum Foundation ist ein wichtiger Eckpfeiler für das Vertrauen, das in die Kryptowährung gesteckt wird. Ähnlich wie bei IOTA ( unser Test ) soll mit der Stiftung der gemeinnützige Charakter hinter der Kryptowährung unterstrichen und so die Verbreitung gefördert werden.

Trotzdem bleibt die Investition in Ethereum im Speziellen und in den Kryptomarkt im Allgemeinen immer ein Wagnis mit dem Risiko des Totalverlusts. Diese Situation eines starken Kursfalls aller Kryptowährung konnte zwischen Mitte Januar und Anfang Februar 2018 beobachtet werden.

Technische Analyse: Proof-of-Work, Proof-of-Stake, Anonymität, Difficulty Bomb

Ethereum basiert auf der Blockchain-Technologie, das bedeutet, dass es nicht ein zentrales Rechenzentrum gibt, das den Transaktionsverkehr regelt und überwacht, sondern die Funktion allen mit dem Netzwerk verbundenen Geräten obliegt: Jede Transaktion wird also von vielen kleinen Rechnern dezentral verwaltet. Diese Vorgehensweise macht es für Hacker wesentlich schwieriger, die Daten der Blockchain zu manipulieren.
Damit das System funktioniert, werden die Rechenzentren für ihre Arbeit – die Bestätigung von Transaktionen zu einem Datenblock, unter Einsatz von Energie, Hard- und Software – mit aktuell 5 Ethereum entlohnt (Block-Reward). Hier spricht man vom so genannten Proof-of-Work-Algorithmus.

Bis 2019 soll das bisherige Verfahren mit dem energieeffizienteren Proof-of-Stake-Algorithmus kombiniert werden, bis Proof-of-Stake eines Tages schließlich der alleinige Algorithmus werden soll. Doch dazu unten mehr (Phase 3: Metropolis Release).

Die Probleme von Proof-of-Work und deren Auswirkungen haben wir in unserer Prognose für 2018 näher erläutert.

Was ist der Unterschied zwischen Ethereum und Ether?

Die Austauscheinheiten von Ethereum wird Ether genannt. Als Abkürzung wird das ETH-Symbol und das Symbol " Ξ " (der griechische Buchstabe Xi) verwendet. Die Bruchteile haben ihre eigenen Namen: 1/1.000 = Finney; 1/106 = Szabo; 1/1018 = Wei.

Im Gegensatz zu anderer Kryptowährung beschränken die Autoren die Rolle von Ether nicht nur auf Zahlungen, sondern bieten sie zum Beispiel als Mittel, um Ressourcen zu teilen oder Asset-Transaktionen unter Verwendung von Smart-Contracts (intelligenten Verträgen) zu registrieren, insbesondere haben die Autoren Ether als den „Kryptotreibstoff“ für die Ausführung von intelligenten Verträgen im Netzwerk bezeichnet. Ether wird an verschiedenen Börsen gehandelt und kann auch gegen Euro oder US-Dollar getauscht werden.

Meist wird jedoch, wie auch in unserem Artikel, Ether und Ethereum synonym verwendet.

Wer braucht Ether?

Entwickler, die Apps entwickeln wollen, die die Ethereum-Blockchain verwenden. Benutzer, die auf Smart Contracts auf der Ethereum-Blockchain zugreifen und mit ihnen interagieren möchten.

Was ist ein Ethereum Wei?

Ein Wei ist die kleinste Einheit der Ethereum-Währung.

Wie viele Wei sind ein Ether?

Ein Ether besteht aus 1.000.000.000.000.000.000 Wei. Somit ist ein Wei 0,000000000000000001 Ethereum.
1 Wei    entsprechen    0,000000000000000001 Ethereum
10 Wei    entsprechen    0,00000000000000001 Ethereum
100 Wei    entsprechen    0,0000000000000001 Ethereum
1 000 Wei    entsprechen    0,000000000000001 Ethereum
10 000 Wei    entsprechen    0,00000000000001 Ethereum
100 000 Wei    entsprechen    0,0000000000001 Ethereum
1 000 000 Wei    entsprechen    0,000000000001 Ethereum
10 000 000 Wei    entsprechen    0,00000000001 Ethereum
100 000 000 Wei    entsprechen    0,0000000001 Ethereum
1 000 000 000 Wei    entsprechen    0,000000001 Ethereum
10 000 000 000 Wei    entsprechen    0,00000001 Ethereum
100 000 000 000 Wei    entsprechen    0,0000001 Ethereum
1 000 000 000 000 Wei    entsprechen    0,000001 Ethereum
10 000 000 000 000 Wei    entsprechen    0,00001 Ethereum
100 000 000 000 000 Wei    entsprechen    0,0001 Ethereum
1 000 000 000 000 000 Wei    entsprechen    0,001 Ethereum
10 000 000 000 000 000 Wei    entsprechen    0,01 Ethereum
100 000 000 000 000 000 Wei    entsprechen    0,1 Ethereum
1 000 000 000 000 000 000 Wei    entsprechen    1 Ethereum

Updatepolitik von Ethereum: Hardforks und Meilensteine

Der Launch-Prozess von Ethereum ist in 4 Milestone-Phasen (die Release-Schritte) unterteilt, um der
Entwicklung eine Struktur und Orientierung zu geben. Wie unten zu lesen ist, sind die großen Phasen teilweise in mehrere Teilschritte gesplittet.

Wichtig: Von Milestone zu Milestone wird jeweils eine Hardfork durchgeführt. Dies bedeutet jedoch nicht, wie etwa beim Bitcoin (Bitcoin Wiki ), dass die alte Blockchain dupliziert wird und man als Eigentümer bisheriger Ethereum zusätzlich neue Coins in gleicher Höhe erhält!
Bei Ethereum gelten Hardforks als Aktualisierung für alle Ethereum-Coins, d.h. sie werden zur neuen Phase kompatibel gemacht. Es gibt aber keine neuen Münzen in gleicher Höhe!

Im Folgenden ein Überblick zur bisherigen und künftigen Entwicklung von Ethereum:
Als Prerelease wird im May 2015 das „Olympic testnet“ gestartet.

Phase 1: Frontier Release

Nach der Testphase erfolgte mit dem „Frontier Release“ am 30. Juli 2015 die Beta-Version der Blockchain.
In dieser Version wurde bspw. das oben beschriebene Proof-of-Work-Verfahren sowie eine erste Version der Smart Contracts eingeführt.
Mit dem Release wurde es auch möglich, Ether(eum) zu kaufen und die DApps zu testen.
Ziel der Phase war es, die Blockchain zu testen und sie stabil und lauffähig zu machen.

Phase 2: Homestead Release

Mit dem Release von Homestead vom 14. März 2016 wurde der Fokus der Entwickler hauptsächlich auf die Sicherheit der Blockchain gelegt. Offiziell befand man sich weiterhin im Beta-Stadium der Entwicklung. Gleichzeitig wurden in der Homestead-Phase jedoch schon einige große Smart Contracts abgewickelt. Die bekanntesten Beispiele für Smart Contracts sind eine ganze Reihe von ERC20-Token (Tron, EOS, OmiseGo, Binance Coin u.v.m.) sowie die Anwendung Cryptokitties. Beides beschreiben wir weiter unten noch genauer.

Ethereum-Wiki © "ethereum.org Screenshot"

Trotz der technologischen Entwicklung zeigte sich jedoch auch, dass Homestead noch keinesfalls bugfrei war. Ethereum erlebte seinen bisher herbsten Rückschlag in Form seines ersten ‚echten‘ Hardforks:

Phase 2 und Ethereums erster richtiger Hardfork: Ethereum Classic (ETC) entsteht

Eine Sicherheitslücke der Ethereum-Blockchain machte es am 17. Juni 2016 möglich, die Ether im Smart Contract der Investmentfirma The DAO zu verändern (oder zu manipulieren?).
In Folge dessen wurden 3,6 Millionen Ether (damals über 65 Millionen Euro wert!) unbrauchbar. Auf der Suche nach einer Lösung einigte man sich in der Community schließlich, den Fehler zu korrigieren, indem man die Ethereum-Blockchain mittels Hardfork auf den Stand vor dem 17. Juni 2016 zurücksetzte.
Da diese Vorgehensweise wiederum von vielen Mitgliedern im ETH-Netzwerk als Manipulation empfunden wurde, war die Entscheidung zum Hardfork jedoch heftig umstritten. Zumal nicht, wie sonst üblich, die neue Blockchain eine neue Bezeichnung bekam, sondern die alte: Aus der bisherigen Ethereum-Blockchain wurde nun Ethereum Classic (ETC). Die zurückgesetzte (eigentlich neue) Blockchain wurde weiterhin als Ethereum (ETH) bezeichnet. Immerhin konnten so die 3,6 Millionen Ether wie geplant gerettet werden.

Die Ethereum Foundation ihrerseits beschloss, sich künftig auf die geforkte Variante, also weiterhin auf Ethereum, zu konzentrieren. Die Stiftung hat also nicht mit Ethereum Classic zu tun.

Unsere Einschätzung:
Der bisher erste Hardfork von Ethereum zeigt, wie anfällig eine Blockchain sein kann, wenn sich die Mehrheit für eine Vorgehensweise entscheidet.
Unabhängig von Bezeichnungen oder der Historie von Ethereum handelt es sich bei Ethereum jedoch bis heute um die leistungsfähigste Kryptowährung überhaupt!

Trivia: Heute gibt es sogar mehr ETC als ETH.

 

Ethereum-Wiki © "ethereum.org Screenshot"

Blockchain (symbolische Darstellung)

Phase 3: Metropolis Release: Weiterentwicklung 2018

Mit Update Metropolis wurde erstmalig ein Release in zwei Schritten umgesetzt:

  • Byzanz/ Byzantine/ Byzantium, beginnt am 17. Oktober 2017
  • Konstantinopel / Constantinople, beginnt spätestens 18 Monate nach dem 17. Oktober 2017

Die ursprüngliche Planung sah für den Metropolis Release vor, das bisherige und energiehungrige Proof-of-Work-Verfahren gegen den Proof-of-Stake-Algorithmus zu ersetzen. Dies hätte bedeutet, dass Transaktionen künftig nicht mehr von Rechenzentren bestätigt werden, sondern von tatsächlichen ETH-Eigentümern.
Dieser Umbruch scheiterte vorläufig jedoch am heftigen Widerstand der Miner, deren Geschäftsgrundlage schließlich dahin gewesen wäre. Daher hat man den Übergang zwischen den beiden Verfahren nun weicher gestaltet: Byzanz bietet eine Kombination beider Algorithmen an, mit Konstantinopel wird dann jedoch endgültig auf Proof-of-Stake umgestellt.

Es kommt mit Metropolis also zu spannenden Entwicklungen:

Phase 3.1: Byzanz / Byzantine/ Byzantium

Mit Block 4.370.000 der Ethereum-Blockchain wurde am 17. Oktober 2017 die Hardfork zum 1. Schritt von Metropolis eingeleitet: Byzanz.

Byzanz passt das Ethereum-Netzwerk folgendermaßen an:

1. Parallelisierung von Rechenvorgängen.
Folge: Leistungssteigerung bei gleichzeitiger Reduzierung der Rechenleistung.
2. Light Clients können nun ebenfalls prüfen, ob ein Vertrag ordnungsgemäß ausgeführt wurde.
Folge: Es muss keine Fullnode (also die komplette Blockchain) vorhanden sein, wodurch Speicherplatz gespart wird.
3. Anpassung der Mining-Rewards.
Folge: Die Belohnung für einen geschürften Block beträgt nun exakt 5 Ether, zuvor konnte dieser Betrag unter Umständen auch höher sein.
4. Einführung Zero-Knowledge-Proof durch zk-Snark.
Folge: Optional können Ethereum-Transaktionen auch anonym getätigt werden. Bekannt sind zk-Snarks von Zcash .
5. Fehlerbeseitigung bei Smart Contracts.
Folge: Erhöhung der Sicherheit, gerade bei komplexen Smart Contracts.

Neben diesen positiven Entwicklungen wurde mit Byzanz auch die so genannte Difficulty Bomb gestartet: Dadurch wird das Mining immer aufwändiger, die Schwierigkeit steigt exponentiell. Infolgedessen wird das Netzwerk von Ethereum Stück für Stück eingefroren, es nach spätestens 18 Monaten schlicht nicht mehr möglich, neue Blöcke zu generieren, also Transaktionen zu bestätigen. Dies wird dadurch erreicht, dass die Ausschüttung frischer Ether pro neuem Block von 5 auf 3 reduziert wird, was das Mining immer unattraktiver werden lässt. Gleichzeitig steigt die Zeitdauer zur Erstellung neuer Daten-Blöcke immer weiter an. Von derzeit 15 Sekunden (Anfang Februar 2018) auf bis zu mehrere Minuten. Bis zum Spätsommer 2018 könnte die Leistungsfähigkeit zur Bearbeitung von Transaktionen um bis zu 50 % sinken.

Warum sollte man das ETH-Netzwerk einfrieren wollen?

Ganz einfach: Wenn Mining immer unattraktiver für Miner wird, geht auch der Widerstand gegen die Umstellung auf das Proof-of-Stake-Verfahren zurück.
Ca. 18 Monate nach Byzanz wird das Netzwerk also handlungsunfähig sein. Spätestens im April 2019 muss also zwingend die nächste Hardfork zu Konstantinopel erfolgen, mit der dann auch Proof-of-Stake implementiert wird.


Bis dahin leistet Byzanz algorithmisch einen Zwischenschritt: Wie oben beschrieben, kommt es während der Phase noch nicht zur radikalen Umstellung auf Proof-of-Stake. Stattdessen möchte man den Übergang weicher gestalten, indem Proof-of-Work und Proof-of-Stake kombiniert werden:

Mit der Einführung des „Casper“-Protokolls werden 99 von 100 Blöcken weiterhin durch Mining (also Proof-of-Work) verifiziert und dafür auch belohnt. Jeder 100. Block wird jedoch per Proof-of-Stake geprüft.


Unsere Einschätzung:
Casper wird Transaktionen für den Verbraucher kostengünstiger und schneller machen. Gut so!
Gleichzeitig wird gerade mal 1 % aller Blöcke mittels Proof-of-Stake geprüft – sehr wenig. Einerseits könnte man sagen, dass der Umstieg lieber langsamer erfolgen soll und dafür auch geordnet. Andererseits entsteht auch der Eindruck, dass eine vollständige Umstellung von 1 % auf 100 % noch nicht mit Konstantinopel durchgeführt werden kann.

Wir gehen daher davon aus, dass Proof-of-Stake ggf. schrittweise (25 %, 50 %, 75 % und dann 100 %) umgesetzt werden könnte.

Die Umstellung auf Proof-of-Stake halten wir langfristig jedoch für unausweichlich, da der Stromverbrauch mininggestützter Kryptowährungen einen gefährlichen technologischen Flaschenhals darstellen.

Ethereum / Ether / ETH © "rcfotostock - Fotolia.com"

Phase 3.2: Konstantinopel / Constantinople

Konstantinopel ist der 2. Teil von Metropolis. Aufgrund der oben beschriebenen Difficulty Bomb und der damit drohenden ‚Eiszeit‘ steht fest, wann es in etwa zu Konstantinopel kommen muss: Spätestens im April 2019, also spätestens 18 Monate nach der Einführung von Byzanz am 17. Oktober 2017.
Verschiedene Quellen rechnen mit dem Hardfork jedoch noch im Jahr 2018.

Hauptfortschritt von Konstantinopel wird die Umstellung auf das Proof-of-Stake-Verfahren.

Unsere Einschätzung:
Wie oben beschrieben sind wir gespannt, ob es tatsächlich zu einer kompletten Umstellung kommt! Wir halten die vollständige PoS-Implementierung jedoch für nicht wahrscheinlich, da die Lobby der Miner vermutlich trotz Eiszeit noch zu stark sein wird.

Phase 3.2: Was ist Proof-of-Stake?

Beim Proof-of-Work-Verfahren war noch die Rechenkraft für das erfolgreiche Schürfen eines neuen Blocks entscheidend: Je mehr Rechenkraft, desto höher die Chance, Transaktionen zu einem Block zusammen zu fassen. Also Belohnung bekam und bekommt man eine bestimmte Menge der Kryptowährung geschenkt.

Im Rahmen des Proof-of-Stake-Verfahrens hängt die Verifizierung von Transaktionen nicht mehr von der Rechenleistung eines Miners ab, sondern von der Kapitalstärke des eigenen ETH-Bestandes: Je mehr Ethereum man hat, desto höher die Chance, Transaktionen zu verifizieren und damit auch den Block-Reward zu erhalten. Es ist wie beim Glücksspiel: Die Auswahl, wer verifizieren darf, wird zufällig getroffen. Wer also mehr Ethereum hat, wird mit größerer Wahrscheinlichkeit ausgewählt.
Kapitalstärke ist also das neue Mining, nicht die Rechenleistung.

Phase 4: Serenity Release

Serenity ist die vierte und letzte Phase der Ethereum-Entwicklung.
Sollte die Umstellung auf Proof-of-Stake bisher nicht komplett vollzogen worden sein, wird diese spätestens jetzt umgesetzt.

Abgesehen davon soll das Netzwerk schneller, effizienter, einfacher für Anfänger und widerstandsfähiger gegen die Verringerung von Mining-Kapazitäten sein.

Wann Serenity in etwa released wird, steht noch in den Sternen. Wir gehen davon aus, dass dies nicht vor Oktober 2020 (Release von Konstantinopel plus 18 Monate) geschehen wird.

Einsatzmöglichkeiten: Was kann Ethereum?

Die Anwendungsmöglichkeiten von Ethereum gehen weit über die Währungsfunktion hinaus. Grundsätzlich werden auch künftig ETH-Coins gehandelt und mit jedem Hardfork und jeder weiteren Funktion, die die Ethereum-Blockchain auch für den Mainstream nutzbar machen, im Kurs steigen.

Die große Stärke Ethereums liegt jedoch in der Unterstützung von Smart Contracts, DApps und ERC20-Token, die wir im Folgenden einzeln behandeln.

Ethereum und Smart Contracts

Smart Contracts sind intelligente Verträge, die automatisch ausgeführt werden, sobald eine vertraglich vereinbarte Summe in Ethereum gezahlt wurde. Die Überprüfung der (Geld-)Leistung und das Einleiten der Gegenleistung durch einen Menschen entfällt, die Blockchain löst die festgelegten Ereignisse selbsttätig aus. Smart Contracts sind die technische Abbildung vertraglicher Vereinbarungen. Sie werden in der so genannten Ethereum Virtual Machine (EVM) ausgeführt.

Ethereum dient hier als Treuhänder und Mittelsmann zwischen einer beliebigen Anzahl an Vertragsparteien. Der Smart Contract selbst ist, einmal abgeschlossen, nicht mehr manipulierbar, da er dezentral im Ethereum-Netzwerk abgelegt ist.
Als Vertragspartei profitiert man hierbei einerseits von hoher Sicherheit, andererseits könnte das Festschreiben von Verträgen in der Ethereum-Blockchain Kosten einsparen, da die Kontrolle weniger engmaschig sein muss.

Praktisch angewendet bedeutet das, dass beispielsweise schulische oder akademische Abschlüsse, Eigentumsrechte an Grundstücken (so geplant von Brasilien) oder Fotografien (vergleiche den Kodak-Coin), sogar ganze Identitäten einschließlich Bild und Fingerabdrücken in der Blockchain gespeichert werden können. Die Anwendungen von Smart Contracts werden als dezentrale Apps (DApps) bezeichnet. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

Ethereum und Dezentrale Apps (DApps)

DApps sind Anwendungsprogramme, die dezentral auf Grundlage von Smart Contracts ausgeführt werden. Gegenüber dem klassischen Client-Server-Modell haben solche Programme den Vorteil, für Angreifer kaum manipulierbar zu sein. Schließlich laufen die Anwendungen auf allen Nodes (Kopien der Blockchain, die aktiv betrieben werden) parallel. Für einen erfolgreichen Angriff müsste man mindestens 51 % des Netzwerkes kontrollieren.
Auch ist es durch die Dezentralität nicht mehr möglich, eine solche App zu stoppen, wie dies durch Deaktivierung nur eines (Zentral-)Servers bisher noch der Fall ist.

Ethereum-Wiki © "Hulacoins.de"

Denkbar wären z.B. komplexe Einsatzmöglichkeiten wie fälschungssichere E-Voting-Systeme. Brasilien scheint hier eine Vorreiterrolle bei der aktiven Umsetzung einnehmen zu wollen: Die Behörden wollen noch 2018 brasilianischen Bürgern ermöglichen, Petitionen mittels Ethereum-Blockchain zu initiieren, um das Parlament auf Bürgerbegehren aufmerksam zu machen.
Theoretisch lassen sich auch Wahlen über Ethereum organisieren, die sich dann durch hohe Transparenz und Sicherheit auszeichnen. In der praktischen Umsetzung steht die Transparenz jedoch dem Wahlgeheimnis entgegen.

Als Vorreiter für blockchainbasiertes Identitätsmanagement gilt der Schweizer Kanton Zug mit seiner gleichnamigen Hauptstadt: Seit Ende 2017 arbeitet man hier an einer DApp, mit der Bürger auf Basis von Ethereum ihre Identität verwalten können. Sie gilt als Nachweis, mit dem städtische Dienstleistungen in Anspruch genommen werden können. Auch die Teilnahme an örtlichen Wahlen soll mittels Blockchain-Identity ermöglicht werden.

Unsere Einschätzung:
Eine sehr spannende und hochinnovative Idee! Auf Smart Contracts basierende Anwendungen ermöglichen es, schier alle vertraglichen Regelungen, vom Handyvertrag über die Hotelbuchung bis zur eigenen Identität dezentral zu regeln.
Letztlich handelt es sich auch bei der Ethereum-Blockchain selbst um eine DApp, da sie dezentral und open source Eigentumsrechte verwaltet.

Ethereum und ERC20-Token; Alternativen für Ethereum?

Smart Contracts und DApps lassen sich auch mit der Idee des Crowdfundings verbinden: 'Spendet' man Ethereum für ein neues Projekt – etwa eine neue Kryptowährung –, werden die Spender in der ETH-Blockchain registriert und erhalten im Gegenzug für ihre Spende einen Anteil an der neuen Kryptowährung.
Da das Projekt noch nicht auf eigenen Beinen steht, spricht man bei dem Anteil nicht von Coins, sondern von Token.
Der von Ethereum eingeführte Standard wird als ERC20-Token bezeichnet.

Im Ergebnis erhält man eine sichere und für alle Beteiligten zuverlässige Lösung, die die Eigentumsrechte an einem neuen Projekt in der Ethereum-Blockchain verankert.
Die Erstausschüttung von ERC20-Token erfolgt in der Regel über ein Initial Coin Offering (ICO): Gegen Ethereum werden Anteile in Form von Token am neuen Projekt erworben.

Ethereum ist führend bei der Aufnahme von neuen Kryptowährungen ins eigene Netzwerk. Durch die fortgeschrittene Entwicklung finden Kunden eine leicht zu bedienende Infrastruktur, um ihr Blockchain-Projekt aufzusetzen.

Aktuell bestehen z.B. die Krypto-Projekte EOS, TRON, ICON, VeChain, Populous, und OmiseGO auf dem ERC20-Standard im ETH-Netzwerk.

Eine echte Konkurrenz gibt es für Ethereum derzeit nicht, mittelfristig könnte aber NEO vergleichbare Projekte anbieten, ggf. auch Stellar, NEM, Qtum, BitShares und Waves. Trotzdem wird der ERC20-Standard wohl auch künftig das Maß der Dinge bleiben.

Ethereum und Cryptokitties

Ende 2017 hat das kanadische Unternehmen Axiom Zen die DApp Cryptokitties auf der Ethereum-Blockchain gestartet.
Das Programm, im Grund ein Sammelspiel, ermöglicht es, digitale Katzen gegen Ether zu kaufen oder zu verkaufen. Außerdem kann man die ‚Tiere‘ untereinander paaren lassen, was ebenfalls Ether kostet. Je öfter man sein Tier mit einem anderen paart, desto mehr Zeit bis zur erneuten Paarungsbereitschaft vergeht. Jede der Cryptokitties hat dabei ihre eigene Adresse in der Ethereum-DApp und jeder Kauf und jede Paarung wird dokumentiert.

Der Reiz der Anwendung besteht darin, dass jede Katze einen einmaligen Genpool besitzt und sich Eigenschaften auch im Laufe der Zeit noch verändern können, etwa das Alter.

Gegen einen selbst definierten Preis, gibt man ein Tier zur Paarung frei. Interessiert sich ein anderer ‚Katzenbesitzer‘ für das Angebot, kann er gegen die Zahlung des Ether-Betrages ein eigenes Tier von der angebotenen Digitalkatze decken lassen. Der daraus entstehende Nachwuchs gehört dem Käufer, der Anbieter erhält dafür den ‚Kaufpreis‘ in Ether.
Die Entwickler um Axiom Zen erhalten eine Provision in Höhe von 3,75 % aller Ether-Beträge.

Einige der Katzen sind bereits über 100.000 US-Dollar wert.


Unsere Einschätzung:
Das Spiel an sich scheint zunächst sinnlos (abgesehen von der Spekulation auf einen steigenden Wert der eigenen Katze), aber es demonstriert auch, was die Ethereum-Blockchain leisten kann: Smart Contracts (Kauf, Verkauf, Paarung, neue Katze), die von Nutzern direkt angewendet werden können.

Hier kann man einen kleinen Einblick erhalten, was Ethereum künftig leisten könnte.

Ethereum-Wiki © "ethereum.org Screenshot"

Ethereum-Mining: Lohnt das Minen von Ethereum noch?

Um es kurz zu machen: Wir glauben nicht.

Weshalb ist das so?
Wie oben beschrieben, befinden wir uns am Anfang einer 18-monatigen Eiszeit. Die Zeit, in der ein neuer Block entsteht, steigt derzeit stetig von 15 Sekunden je Block auf mehrere Minuten im Spätsommer 2018. Gleichzeitig sinkt die Belohnung je Block von 5 Ether auf 3 Ether.
Zusammengefasst bedeutet das, dass in den nächsten Monaten kaum mehr rentabel Mining betrieben werden kann.
Hintergrund ist der Zwangsumstieg auf das Update Konstantinopel, im Zuge dessen das Mining im Sinne des Proof-of-Work abgeschafft werden soll. Ab spätestens April 2018 ist es dann soweit: Mining wird nicht mehr durch Rechenleistung betrieben, sondern hängt vom eigenen Ether-Reichtum ab: Je mehr Ether man im Besitz hat, desto höher die Chance auf eine Block-Belohnung.

Mining wird also immer weniger rentabel, da die Schwierigkeit steigt und die Belohnung sinkt. Auch langfristig wird sich daran nichts ändern.

Es lohnt sich daher wohl eher, Geld in Ether statt in Ausrüstung zu investieren.

Wie viele Ethereum kann es maximal geben?

Es ist festgelegt, dass pro Jahr höchstens 18 Millionen Ether generiert werden können, was 25 % der Coins des ersten Vorverkaufs entspricht.
Eine absolute Obergrenze, wie beim Bitcoin, gibt es nicht.

Hintergrund ist, dass Ethereum nicht zum Ziel hat, ein rares Gut zu sein, sondern aktiv für Smart Contracts genutzt werden soll. Hierfür ist ein regelmäßiger Ausstoß neuer Coins erforderlich, vor allem, wenn Ethereum den Massenmarkt erreicht.

Ist Ethereum anonym?

Ja und nein! Seit der Einführung von Byzanz, dem ersten Teil des Metropolis-Releases, können Smart Contracts mit komplexeren Verschlüsselungen versehen werden. Das heißt, dass die Anonymität innerhalb von Verträgen oder auch DApps gegeben sein kann. Durch den Zero-Knowledge-Proof mittels eines zk-Snark genannten Protokolls, das auch schon bei Zcash zum Einsatz kommt, werden der Sender, der Empfänger und der Betrag vollständigen anonym.

Normale Transaktionen von Ether bleiben aber unverschlüsselt und sind damit nicht anonym.

Unsere Einschätzung:
Die Möglichkeit der Anonymisierung durch den Zero-Knowledge-Proof ermöglicht erstmals, dass in einer völlig transparenten Blockchain auch für dritte nicht einsehbare Verträge geschlossen werden. Diese Variante ist sicherlich eine Grundvoraussetzung, dass Ethereum auf dem Massenmarkt etabliert werden kann.
Denn wer möchte schon, dass ein Außenstehender alle Details eines privaten Vertrages einsehen kann?

Skalierbarkeit von Ethereum: Wie flexibel ist die Kryptowährung?

Grundsätzlich ist Ethereum sehr gut skalierbar und damit flexibel.
Durch die aktuell aktivierte Difficulty Bomb, mit der das nächste Update, die Hardfork Konstantinopel, erzwungener Maßen schneller eingeführt werden soll, sinkt die Skalierbarkeit des Netzwerkes allerdings aktuell.
Diese Maßnahme ist jedoch zeitlich bis spätestens April 2019 begrenzt, anschließend sollte das Vermögen, auf eine steigende Nachfrage zu reagieren, wieder voll ausschöpfbar sein.

Ethereum Mobile-Wallet und Light-Wallet

Um die besten Ethereum-Wallets haben wir uns in einem separaten Test gekümmert.

Als Übersicht vorab:

Unsere Empfehlung und Testsieger ist die Kryptowährungs-Wallet Ledger Nano S*
Preis-Leistungssieger: Unsere Empfehlungen für den schnellen Einstieg, die Web-Wallet Coinbase* (unser Test )
Platz 2: Die Hardware-Wallet von Trezor*
Platz 4: Das Web-Interface MyEtherWallet
Platz 5: Die beliebte Web-Wallet von Blockchain.info
Platz 6: Die kostenlose Software-Light-Wallet Exodus (unser Test )
Platz 7: Die kostenlose Software-Wallet Jaxx (unser Test )

Wallets mit ERC20-Unterstützung

Manche Wallets bieten direkt auch eine ERC20-Token-Unterstützung, so dass alle Tokens, die auf der Ethereum-Blockchain basieren, ebenfalls in der Wallet verwaltet werden können. Die MyEtherWallet ist ein Web-Interface, mit dem nicht nur Ethereum, sondern auch die auf der Ethereum-Blockchain basierenden ERC20-Tokens verwalten kann. Da immer mehr ICOs, also Initial Coin Offerings, auf der Ethereum-Blockchain basieren, ist die integrierte Verwaltung ein großer Vorteil der MyEtherWallet.
Die Liste an unterstützten ERC20-Tokens auf MyEtherWallet ist lang. Die wichtigsten sind unter anderem

  • Tron (TRX),
  • EOS (EOS),
  • OmiseGo (OMG),
  • Populous (PPT),
  • Binance Coin (BNB),
  • Status (SNT),
  • Dragoncoin (DRGN),
  • 0x (ZRX),
  • Dent (Dent),
  • Augur (REP),
  • Veritaseum (VERI),
  • Golem (GNT),
  • FunFair (FUN),
  • Kyber Network (KNC),
  • SALT (SALT),
  • Santiment (SAN),
  • TenX (PAY)

und viele mehr…

Welche Hardware-Wallets werden unterstützt?

Wie in unserem ausführlichen Test beschrieben (a-26), bieten sowohl die beiden Hardwarewallets von Ledger, der Ledger Blue* und der Ledger Nano S* die Einbindung von Ethereum an.

Wie passen Ethereum und Bitcoin zusammen?

Ohne Bitcoin wäre Ethereum niemals möglich – sowohl die Technologie als auch die Währung. Ethereum sieht sich daher nicht als konkurrierende Währung, sondern als Ergänzung innerhalb des digitalen Ökosystems. Ether ist als „Crypto-Treibstoff“ zu verstehen, ein Coin, dessen Zweck es ist, für Berechnungen zu zahlen, und der nicht dazu gedacht ist, als Währung, Vermögenswert, Aktie oder irgendetwas anderes verwendet zu werden.

Ethereum-Wiki © "ethereum.org Screenshot"

Hardfork von Ethereum: Was ist EtherZero (ETZ)?

Am 19. Januar 2018 kam es mit Ethereum-Block 4936270 zu einem echten Hardfork der Ethereum-Blockchain: Die Datenbank für kopiert und in EtherZero benannt.

Erste Einschätzung:
Das Ethereum ‚open source‘, der Quellcode also frei zugänglich ist, handelt es sich grundsätzlich um eine legitime Vorgehensweise.

Ziele von EtherZero:

  • Einführung eines Masternode-Systems, ähnlich wie bei Dash
  • Großer Einfluss der Community auf die weitere Entwicklung
  • Abschaffung der Transaktionsgebühren
  • Zahlungsverkehr in Echtzeit, d.h. ohne Wartezeit
  • Hohe Skalierbarkeit, um DApps für die breite Öffentlichkeit anwendbar zu machen

EtherZero auf einen Blick:

  • Verfügbare Menge: 194 Mio. Stück (ETH: 97 Mio. Stück)
  • Algorithmus: Proof-of-Work (ETH: ebenso, ändert sich bis April 2019)
  • Blockintervall: 10 Sekunden (ETH: 15 Sekunden)
  • Blockgröße: 2 MB (ETH: ebenso)
  • Replay Protection: Ja. Das heißt, dass mittels Private Key von ETH die gleiche Menge ETZ sicher abgeholt werden können
  • Block reward: 4 ETZ (ETH: 3 und sinkend)

Im ersten Quartal 2018 sollen soll EtherZero inklusive kostenfreier Transaktionen und mit Schutz vor DDOS-Attacken an den Start gehen. Eine offizielle Mobil-Wallet ist für das zweite Quartal geplant.

 

Ethereum-Wiki © "etherzero.org Screenshot"

Eine Reihe von Wallets wird ETZ unterstützen:

Ethereum-Wiki © "etherzero.org Screenshot"

Alle bekannten Börsen werden derzeit vom Team hinter ETZ zwecks Implementierung von EtherZero kontaktiert.

Wer bekommt ETZ gratis?

Jeder, der am 19. Januar 2018 zwischen 19 und 20 Uhr im Besitz von Ethereum und der Private Keys war, erhält die gleiche Menge ETZ gratis.


Ab wann habe ich eine Masternode und was nützt diese?

Ab 20.000 ETZ-Coins kann man eine so genannte Masternode nutzen. Neben einem gewissen Mitspracherecht bei der Weiterentwicklung von ETZ erhält man 45 % an dem durch die Miner erwirtschafteten Block Reward.

Nach Aussage der Entwickler behalten sie die Hälfte der 194 Mio. ETZ-Coins für sich, als Lohn und um die weitere Entwicklung zu ermöglichen.

Unsere Einschätzung:
Wer bereits Ethereum besitzt und damit die gleiche Menge ETZ erhalten kann, wird das egal sein. Es bleibt jedoch ein gewisser Beigeschmack übertriebener Bereicherung.
Die Entwickler rechnen mit einem ETZ-Wert von 10 % von Ethereum. Vergleicht man dieses Ziel mit Bitcoin Gold (BTG), das im Herbst 2017 von Bitcoin geforkt wurde und aktuell ca. 1,2 % eines Bitcoins kostet, scheint die 10%-Hoffnung bei EtherZero sehr hoch eingeschätzt.
Ein weiterer Vergleich: Beim Presale konnten 3.300 ETZ für einen Ether erworben werden.

Wir sehen EtherZero aktuell sehr kritisch. Nicht, weil es sich um einen Hardfork handelt oder weil Ethereum nachgeeifert werden soll, sondern weil Presale und Premining (ähnlich wie bei Bitcoin Gold) ein schlechtes Licht auf den Start von ETZ werfen.

Für ein abschließendes Urteil ist es an dieser Stelle jedoch noch zu früh. Neue Investoren sollten jedoch sehr vorsichtig sein oder sicherheitshalber ganz von einer Investition absehen.

Blick auf die bisherige Entwicklung (2015 bis 2018)

Von August 2015 bis Mitte März 2017 war 1 Ethereum stets für weniger als 20 US-Dollar zu haben.
Mitte Mai 2017 überschritt der Wert eines Ethereums zum ersten Mal die wichtige Marke von 100 US-Dollar.
Zwischen Juni und November 2017 lag der Coin, abgesehen von ein paar gesunden Konsolidierungsphasen, etwa auf dem Niveau von 300 US-Dollar.
Mitte November 2017 stieg die Kryptowährung stark an und erreicht zwischenzeitlich den Höchststand von fast 1.400 US-Dollar. Im Zuge weiterer Konsolidierungen liegt der durchschnittliche Wert Ende Februar 2018 bei etwa 750 US-Dollar.

Unsere Einschätzung:
Zu erkennen ist definitiv ein klarer Aufwärtstrend, den Ethereum im vermeintlichen Kryptowährungs-Durchbruchjahr 2017 erlebt.
Diese Entwicklung stimmt optimistisch für die Zukunft. Mehr dazu im nächsten Kapitel.

Ethereum-Wiki © "coinmarketcap.com Screenshot"

Fazit und Prognose: Lohnt sich der Kauf von Ethereum-Coins noch?

Diese Frage lässt sich nicht mit einem Blick in die vergangene Wertentwicklung beantworten, sondern mit dem Potenzial – und damit dem Preis – den man Ethereum zukünftig zutraut.
Natürlich wäre eine Investition vor 2 Jahren wesentlich besser gewesen, jedoch kann man in zwei Jahren vielleicht gleiches sagen.
Wie oben beschrieben, befindet sich Ethereum nach der heftigen Konsolidierung im Januar 2018 aktuell ein gutes Stück unter dem historischen Höchststand. Das kann einerseits als günstige Möglichkeit zum Einstieg gesehen werden und der Höchststand Ende 2017 wiederum als Signal, wohin sich der Preis künftig entwickeln kann.

Ethereum ist als Vorreiter für Smart Contracts der Platzhirsch unter seinesgleichen. Das liegt auch an bereits existierenden realen Anwendungsbereichen (DApps), weil die Blockchain bereits sehr ausgereift ist – und gleichzeitig eine klare Zielsetzung für die Zukunft verfolgt wird.

Ethereum sollte daher Bestandteil eines jeden Krypto-Portfolios sein.

Die Entscheidung für einen Kauf muss jedoch jeder für sich selbst treffen!

 

Ethereum kaufen © "Wit - Fotolia.com"

Fünf Kryptobörsen, auf denen Ethereum sehr einfach gekauft werden können

Wer in Ethereum (ETH) investieren möchte, kann hier unsere Kaufanleitung lesen.
Der Kauf von Ethereum ist auf allen gezeigten (und weiteren) Plattformen sehr einfach.

Ethereum Broker / Exchange Coinbase Bitcoin.de Coinmama Anycoindirect LiteBit.eu
  Testsieger Preis/Leistungssieger      
 
Coinbase Logo
Bitcoin.de Logo
Coinmama
Anycoindirect Logo
Litebit Logo
Typ Web-Wallet Marktplatz Broker Broker Broker
Reputation & Sicherheit
Unternehmenssitz USA Deutschland Slowakei Niederlande Niederlande
Sprache Deutsch    
Wechselrate
Gebühren
Nutzerfreundlichkeit
Zeit bis zum ersten Ether
Zahlungsmethode
abhängig vom Land

Kredit- / Debit-Karte, SEPA-Banküberweisung (Europa), U.S.-Bank (USA)

SEPA-Banküberweisung, Fidor Bank Express-Kauf

Kredit- / Debit-Karte

GiroPay, SEPA, SOFORT Überweisung, TrustPay, MyBank, iDEAL

GiroPay, SEPA, SOFORT Überweisung, MyBank, iDEAL
Bewertung 93 % 92 % 91 % 91 % 89 %
  Zu Coinbase* Zu Bitcoin.de* Zu Coinmama* Zu Anycoindirect* Zu LiteBit*

 



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